Besenreiser

Besenreiser

In unserem Kulturkreis kommen retikuläre Krampfadern, sogenannte Besenreiservarizen, außerordentlich häufig vor. Fast jeder zweite Erwachsene ist mehr oder weniger davon betroffen. Entweder treten sie isoliert oder in Kombination mit jeder anderen Form der primären Varikose auf. Besenreiser sind feine, aber deutlich sichtbare Äderchen in der obersten Hautschicht. Bei Besenreisern handelt es sich um erweiterte obere Beinvenen, die ein Netz unter der Haut bilden. Gefährlich sind Besenreiser in der Regel nicht. Dennoch lohnt es sich, die tieferen Beinvenen auf Veränderungen zu untersuchen, wenn Besenreiser vorhanden sind. Denn diese haben die gleichen Ursachen wie ihre großen Geschwister, die Krampfadern. Besenreiser allein sind aber kein Grund zur Beunruhigung. Sie verursachen in der Regel auch keine Beschwerden – außer, dass manchen die Optik stört. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, die kleinen Blutgefäße zu veröden.

Dabei wird ein Medikament direkt in die Vene gespritzt oder die Gefäße werden von außen per Laser verschlossen.

Sklerosierung

Als Sklerosierungsmittel zur Besenreiser-Behandlung verwendet man hier in Deutschland Aethoxysklerol. Es handelt sich hier um eine alkoholische Verbindung, die in unterschiedlichen Konzentrationen angeboten wird. Das Risiko einer Nebenwirkung ist insgesamt gering. Durch die Injektion des Sklerosierungsmittels kommt es im Rahmen einer chemischen Reaktion zum Verkleben der Gefäßwände und damit zum Verschluss des Gefäßes. Das genau dosierte Medikament wird mit einer extra dünnen Kanüle in das betroffene Venennetz gespritzt. Ihre Besenreiser entfernen wir, indem wir die Venenwände von innen verkleben. Das Blut verschwindet aus dem Gefäßabschnitt. Die Besenreiser werden verödet und scheinen in aller Regel augenblicklich nicht mehr durch die Haut hindurch.

Laserverödung

Eine Alternative zur Spritze bietet die Venenverödung per Laser. Diese Methode eignet sich auch bei besonders feinen Besenreisern. Das Licht des Lasers bewirkt dabei ebenfalls, dass sich die kleinen Äderchen verschließen und schließlich verschwinden. Dank moderner Geräte ist die Behandlung sehr schonend und dennoch hochwirksam. Der Farbstofflaser durchdringt die obere Hautschicht ohne sie zu beschädigen. Denn der Lichtimpuls wird fast ausschließlich vom roten Blutfarbstoff aufgenommen. Dort wandelt sich die Licht- in Wärmeenergie und verschweißt quasi die Vene an der betroffenen Stelle. Dieses Verfahren heißt im Fachbegriff selektive Photothermolyse. Durch die exakt angepasste Wellenlänge und Impulsdauer verschwinden so die Besenreiser, ohne dass das umliegende Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Feine Äderchen verschwinden so häufig bereits nach der ersten Behandlung. Bei stärkeren Rötungen zeigt sich eine deutliche Besserung. Hier kann es nötig sein, die Laserbehandlung zu wiederholen.

Vorbeugung

Wer erblich vorbelastet ist, kann die Entstehung von Besenreisern vielleicht nicht völlig verhindern. Es gibt jedoch einiges, was sich gegen ihre Ausbreitung unternehmen lässt. Besonders Übergewicht und auch eine Schwangerschaft wirken sich negativ auf die Blutgefäße aus. Ebenso Bluthochdruck, der – wie der Name schon sagt – für einen erhöhten Druck in den Adern sorgt. Das belastet die Gefäße zusätzlich und lässt auch Besenreiser schneller entstehen. Alltägliche Belastungen wie langes Stehen und Sitzen bei der Arbeit tragen ebenfalls dazu bei, dass sich Besenreiser entwickeln. Im Sitzen und Stehen müssen die Venen Höchstleistungen erbringen, um das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen zu pumpen. Bei Bewegung hingegen arbeiten die großen Muskeln mit und unterstützen die Gefäße.